Core Facility Lebensmittelprozessierung

Leitung

Prof. Dr.-Ing. Ulrich Kulozik
Lehrstuhl für Lebensmittel- und Bio-Prozesstechnik

Tel: +49 8161 71 4205
ulrich.kulozik[at]tum.de

Bild: Allan Richard Tobis


Die Lebensmittel- und Bio-Prozesstechnik verbindet die Ansätze der vorwiegend naturwissenschaftlichen sowie der rein ingenieurwissenschaftlichen Disziplinen bei der Umwandlung von Rohstoffen in gezielt veränderte Stoffsysteme. Das Technikum erfüllt neben den Aufgaben in Forschung und Lehre des Lehrstuhls für Lebensmittel- und Bio-Prozesstechnik auch die Funktion einer zentralen Einrichtung (`Core Facility´) des ZIEL. Kernaufgabe ist, die technische Infrastruktur für die kooperative Umsetzung ernährungswissenschaftlicher Erkenntnisse in Testmuster bereit zu stellen, mit denen biochemische, Tier- und ggf. Humanstudien durchgeführt werden sollen. Beispiele sind das An- oder Abreichern biofunktionaler Substanzen, das Erzeugen und Konservieren von bioaktiven Komponenten durch mikrobielle oder enzymatische Fermentation oder die Untersuchung des Einflusses von Produktstrukturen auf das Verhalten von Lebensmitteln im Magen-Darmtrakt, auf Biofunktionalität und Bioverfügbarkeit. Ferner können Testlebensmittel erzeugt werden, die durch bestimmte Komponenten die Entwicklung des humanen Mikrobioms im Verdauungstrakt beeinflussen.

Das Technikum ist mit den meisten Grundoperationen in moderner Technik ausgestattet, die heute in der Lebensmittelverfahrenstechnik Stand der Technik sind. Schwerpunkte liegen in den Bereichen  

  • Hochdruck- und thermische Verfahrenstechnik,
  • Trenntechnik (Fraktionieren und Konzentrieren durch Membrantrenntechnik, Chromatographie und zentrifugale Trenntechnik, Eindampfen),
  • Trocknungstechnik (Sprüh-Vakuum- und Gefriertrocknung, mikrowellenunterstützte Trocknungstechnik),
  • Bioprozesstechnik (Fermentationstechnik, enzymatische Prozesse)
  • Gestaltung von Produktstrukturen (Gefrier-, Emulgier-, Schaum-, Geltechnologie).

Neue methodische Ansätze wie der 3D-Druck von hochdefinierten Lebensmittelmatrices sollen die Wirkung von Strukturkomponenten noch definierter für die Evaluierung in biomedizinischen Anwendungen zur Verfügung stellen.

Die Versuchsanlagen sind so gestaltet und ausgelegt, dass sie auch von Dritten für industrierelevante Versuche genutzt werden können. Das bietet Unternehmen die Möglichkeit, neue Produkt- oder Prozesskonzepte zu testen, so dass Produktionsanlagen nicht für Kleinversuche blockiert werden müssen.